Große Beteiligung an der ersten Sicherheitskonferenz
Erstelldatum26.04.2023
Alsbach-Hähnlein nimmt nächsten Schritt auf dem Weg zur KOMPASS-Kommune
Liebe Alsbach-Hähnleinerinnen und Alsbach-Hähnleiner,
gestern war es soweit. Im Rahmen unserer Entwicklung zur KOMPASS-Kommune fand im Bürgerhaus „Sonne“ vor etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die erste Sicherheitskonferenz statt.
Zur Erinnerung: „KOMPASS“ ist die Abkürzung einer Sicherheitsinitiative des hessischen Innenministeriums (HMdIS) und steht für „Kommunalprogramm Sicherheitssiegel“. Wesentliches Ziel ist nicht nur die Verringerung von Kriminalitätsgeschehen über aktive Präventionsarbeit in den teilnehmenden Kommunen, sondern auch eine Steigerung des individuellen Sicherheitsgefühls bei den Bürgerinnen und Bürgern.
Jetzt also die erste Sicherheitskonferenz, die Teil dieses Prozesses ist. Begrüßen konnten Bürgermeister Sebastian Bubenzer und Patrick Spalke, Sachgebietsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung, nicht nur zahlreiche Vertreter/innen der Polizei – unter anderem Björn Gutzeit, Polizeipräsident für Südhessen, Hartmut Scherer, Leiter der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg, Harald Heldmann, Leiter der Polizeistation Pfungstadt, KOMPASS-Beraterin Stefanie von Hammel und nicht zuletzt unseren Schutzmann vor Ort, Andreas Stürmlinger.
Vorträge zu der im letzten Jahr durchgeführten Bürgerbefragung in Alsbach-Hähnlein gab es zudem von Tim Pfeiffer und Kim Jana Bechtum von der Professur für Kriminologie an der Universität Gießen. Wir haben ja bereits darüber berichtet.
Die zahlreich anwesenden Vertreter/innen aus der Gemeindevertretung, dem Seniorenbeirat, der Feuerwehr, den Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürger hatten anschließend die Gelegenheit, sich an aufgestellten Stellwänden zu ihrem Sicherheitsgefühl zu äußern.
An dieser Stelle vielen Dank an alle Beteiligten, ob als Redner oder im Plenum, dass Sie mit Ihrer Anwesenheit dokumentiert haben, dass Ihnen das Thema „Sicherheit“ am Herzen liegt.
Allen, die nicht dabei sein konnten, wollen wir an dieser Stelle ein paar der Aussagen und Fakten liefern, die gestern Thema waren.
- Seit etwa zehn Jahren nimmt die Polizei zunehmend die Präventionsarbeit und das subjektive Sicherheitsempfinden der Menschen in den Fokus. Denn das Sicherheitsgefühl ist von weit mehr abhängig als dem objektiven Straftatbestand.
- Das Sicherheitsgefühl wird unter anderem durch Schmutz, Lärm und Vandalismus beeinflusst. Auch deshalb geht Alsbach-Hähnlein gemäß der Empfehlung von Kriminologen konsequent gegen diese sogenannten Incivilities („Verfallserscheinungen“) vor – beseitigt etwa Graffiti zeitnah, wo immer es möglich ist.
- Kriminalität wird häufig durch regionale Täter begangen und zuerst vor Ort wahrgenommen. Deshalb hilft es, Tatbestände unmittelbar vor Ort zu analysieren. Bürgerinnen und Bürger können dabei einen wesentlichen Teil dazu beitragen, die Polizei durch eine Mitteilung von ungewöhnlich erscheinenden Beobachtungen zu unterstützen.
Die Kriminalitätslage in Alsbach-Hähnlein
- Lediglich 3 Prozent aller Straftaten im Landkreis entfallen auf Alsbach-Hähnlein. Auch gemessen an den Einwohnerzahlen liegen wir in der Häufigkeitszahl (Straftat pro 100.000 Einwohner) unter dem Durchschnitt im Landkreis.
- Wurden in Alsbach-Hähnlein im Jahr 2020 noch insgesamt 354 Straftaten aktenkundig, waren es 2021 „nur“ 299 und im vergangenen Jahr 273.
- Von den 273 Straftaten im Jahr 2022 wurden 139 aufgeklärt.
- Registriert wurden im vergangenen Jahr 40 Fälle von sogenannter Rohheit bzw. Straftaten gegen die persönliche Freiheit (darunter 31 Körperverletzungen, sechs schwere Körperverletzungen sowie ein Raub), 95 Diebstähle, sechs Wohnungseinbruchdiebstähle, zehn Diebstähle aus Kraftfahrzeugen, 13 Fahrraddiebstähle, 61 Vermögens- bzw. Fälschungsdelikte, 50 Betrugsfälle, 25 Sachbeschädigungen, 22 Rauschgiftdelikte sowie 60 Fälle von Straßenkriminalität.
- In der Drei-Jahres-Betrachtung der Verkehrslage wurden in Alsbach-Hähnlein 329 Unfälle registriert, glücklicherweise ohne, dass Tote zu beklagen waren. Es gab allerdings 53 Leichtverletzte und 20 Schwerverletzte
Die Ergebnisse der Bürgerbefragung:
- Alsbach-Hähnleiner Bürgerinnen und Bürger dürfen sich sicher fühlen, aber individuelle Sorgen nehmen wir ernst.
- Für alle Details können Sie sich hier (PDF-Datei)noch einmal den KOMPASS-Bericht und damit das Ergebnis zur Bürgerbefragung herunterladen.
Patrick Spalke präsentierte ausgewählte Maßnahmen der Gemeinde, die in den letzten eineinhalb Jahren positiv auf das Sicherheitsgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger eingezahlt haben:
- Anfang 2022 haben wir unsere eigene Kommunalpolizei aufgebaut und sind seitdem mit zwei Kräften im Außendienst sowie einer Person im Innendienst sehr gut aufgestellt.
- Wir haben aus dem Rathaus, insbesondere dem Ordnungsamt heraus, einen sehr guten Draht zu unserem Schutzmann vor Ort, Andreas Stürmlinger, sowie der Polizeistation Pfungstadt mit Harald Heldmann an der Spitze. Wenn immer es etwas zu besprechen gibt, stimmen wir uns vertrauensvoll ab.
- Wir wollen nicht nur Kompass-Kommune werden, sondern haben auch Kinderkommissar Leon zu uns eingeladen. In Alsbach-Hähnlein gibt es derzeit 16 Hilfe-Inseln, an die sich Kinder wenden können, wenn Sie unterwegs ein Problem haben. Eine dieser Hilfe-Inseln ist selbstverständlich das Rathaus.
- Dank unseres Mängelmelders (kommunal wie auch als Anbindung an den Landesmängelmelder) erreichen uns auf unkompliziertem Weg Hinweise, wenn in unserer Gemeinde etwas im Argen liegt. Sie haben selbst ein Problem? Lassen Sie es uns hierwissen.
- Dank unserer Calisthenics-Anlage in Nachbarschaft zur Freizeitanlage Sandwiese sowie der Neugestaltung des Marktplatzes haben wir an zwei wesentlichen Stellen im Ort die Besucherfrequenz erhöht. Wo eine schöne Atmosphäre zum Aufenthalt einlädt, ist gleichzeitig die soziale Kontrolle besser, so dass potenzielle Straftäter eher abgeschreckt werden. Auch unsere Erpelanlage ist dank guter Sichtachsen und einer vernünftigen Beleuchtung ein „Wohlfühl-Ort“ für viele Bürgerinnen und Bürger.
Diese Themen gehen wir an, erste Ergebnisse gibt es noch in diesem Jahr:
- Wir arbeiten an einer Broschüre „Sicherer Schulweg“, mit der Grundschulkinder und ihre Eltern „an die Hand genommen“ werden und sinnvolle Tipps für den Schulweg der Kids erhalten.
- Wir stimmen uns in Sachen Demokratieförderung und Extremismusprävention mit der DEXT-Fachstelle des Landkreises Darmstadt-Dieburg ab.
- Gemeinsam mit unserer Jugendförderung und professionellen Künstlern wollen wir das Thema „Graffiti“ aus dem illegalen Bereich ziehen und stattdessen eine legale Alternative aufzeigen. Mehr dazu demnächst.
- Der Fußweg am Hinkelstein soll mittelfristig besser beleuchtet werden.
Einen Grundsatz wollen wir dabei nie aus dem Blick verlieren: „Sicherheit beginnt vor Ort.“
Mehr Bilder zu der Veranstaltung inklusive der anwesenden Referenten finden Sie auf unserer Facebook-Seite (keine Anmeldung notwendig).
26.04.2023
























