Fair-Trade-Spot des Monats
Erstelldatum03.04.2023
Ostern steht vor der Tür - und es geht um Schokolade
Liebe Alsbach-Hähnleinerinnen und Alsbach-Hähnleiner,
die Ferien haben begonnen und wir ahnen es: Der ein oder andere wird in den nächsten Tagen noch einige Dinge für das bevorstehende Oster-Wochenende einkaufen. Relativ weit oben auf dem Zettel: Na klar, Schokolade. In Form von Osterhasen, Schokoeiern und jedes Jahr neuen süßen Ideen, die uns die Industrie ins Osternest legen möchte.
Dass es bei „österlicher Schokolade“ nicht immer einfach ist, die klassischen Produkte durch die Fairtrade-Variante zu ersetzen, wissen wir. Und dennoch möchten wir für unseren Fairtrade-Spot des Monats nach dem Fokus auf Blumen im Februar und dem Hinweis auf das Engagement der evangelischen Kirche Alsbach im März jetzt im April auf das Thema Schokolade schauen.
Zunächst noch eine kurze Erinnerung: Die Gemeinde Alsbach-Hähnlein hat sich Anfang des Jahres auf den Weg gemacht, Fairtrade-Gemeinde zu werden und möchte die ersten Monate des Jahres abseits der Treffen unserer Projektsteuerungsgruppe nutzen, um sie in unterschiedlichen Bereichen zum Thema zu informieren.
Jetzt also Schokolade. Die gute Nachricht: Fairtrade-Schokolade, bei der sich Konsument und Produzent auf faire Arbeitsbedingungen, einen kontrollierten Handel und eine angemessene Entlohnung für die Arbeit der Erzeuger einigen, gewinnt seit Jahren an Bedeutung.
Wie das Statistische Bundesamt dokumentiert, stieg der Absatz von Schokolade mit Fairtrade-Siegel in Deutschland von 480 Tonnen im Jahr 2005 über erstmals mehr als 1000 Tonnen im Jahr 2011 auf etwa 4200 Tonnen im Jahr 2021. Gerade in den letzten Jahren stellte sich die Entwicklung noch einmal besonders positiv dar. Nach 2320 Tonnen in 2019 waren es 2020 bereits 3230 Tonnen bis hin zum erwähnten „Rekord“ in 2021. Ergänzen lässt sich dabei, dass 39 Prozent der Fairtrade-Schokolade aus biologischem Anbau stammen.
Dennoch gibt es noch viel Entwicklungspotenzial. Schauen wir einmal genauer hin: Der Pro-Kopf-Konsum von Schokoladenwaren in Deutschland lag 2020 bei 9,1 Kilogramm pro Person. In Europa schlagen uns damit nur noch die Nachbarn aus der Schweiz mit 11,3 Kilogramm pro Person. Wenn wir der Einfachheit halber mit 83 Millionen Menschen in Deutschland rechnen hat die Nation also einen Gesamtverbrauch von 755.300 Tonnen. Dagegen verschwinden leider die 4.200 Tonnen fairer Schokolade, die in Deutschland in 2021 verkauft wurden.
Immerhin: Wenn man nicht den Konsum, sondern die Produktion in Deutschland betrachtet, verarbeiten wir nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie jährlich etwa 440.000 Tonnen Kakaobohnen, die schon zu etwa 16 Prozent aus fairem Handel stammen. Bedeutet im Umkehrschluss: In Deutschland wird nachhaltiger produziert als konsumiert.
Wenn Sie mehr zum Thema erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen jetzt noch folgenden Lesestoff auf der Webseite von Fairtrade Deutschland.
Und hier gibt es sogar noch ein Osterspecial mit Tipps, wo Sie fair gehandelte Oster-Schokolade bekommen.
… um abschließend noch einmal deutlich zu sagen: Den erhobenen Zeigefinger gibt es auch bei diesem Thema für uns nicht. Wir wünschen Ihnen von Herzen, dass Sie sämtliche Schokoladen-Leckereien in den nächsten Tagen genießen. Und wenn Sie – wo möglich – Fair-Trade (oder Bio) statt der klassischen Versuchung kaufen? Dann freuen wir uns umso mehr.
























