Fair-Trade-Spot des Monats
Erstelldatum03.03.2023
Die evangelische Kirche in Alsbach ist schon heute "faire Gemeinde"
Liebe Alsbach-Hähnleinerinnen und Alsbach-Hähnleiner,
wir haben ja schon mehrfach darüber berichtet: Die Gemeinde Alsbach-Hähnlein hat sich zu Beginn des Jahres auf den Weg gemacht, um ganz offiziell „Fair-Trade-Gemeinde“ zu werden. In diesem Zusammenhang trifft sich nicht nur unsere damit befasste Steuerungsgruppe wieder am 6. April. Wir stellen Ihnen auch monatlich ein neues Thema vor, das in ganz unterschiedlichen Bereichen des Lebens für „Fair-Trade“ sensibilisiert.
Erinnern Sie sich noch an unser Fair-Trade-Thema im Februar? Wir haben über Blumen gesprochen, bei denen es gar nicht so ganz einfach ist, ausreichende Kontingente zu bekommen, die für alle Beteiligten und die Umwelt fair produziert wurden. Gerade rund um den Valentinstag ist der Markt häufig leer gekauft.
Für unseren „Fair-Trade-Spot“ im Monat März schauen wir dieses Mal auf den Weg, den die evangelische Kirche in Alsbach eingeschlagen hat – und uns an dieser Stelle auch ein paar Schritte voraus ist. Denn an der Mauer der Alsbacher Kirche ist das Schild bereits gut zu erkennen: „Faire Gemeinde“. Verliehen wurde dieses Siegel durch „Brot für die Welt“ – in Kooperation mit dem Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
Was jedoch bedeutet es ganz konkret für die Arbeit in der Kirchengemeinde? Wir haben heute mit Pfarrerin Hannah Woernle gesprochen. „Mir ist es wichtig, dass wir als Kirche auch das vorleben, was wir als Botschaft gerne verkünden. Und deshalb tragen wir nicht zuletzt eine große Verantwortung dafür, dass unsere Welt nach verantwortungsvollen Spielregeln funktioniert. Fair produzierte Lebensmittel, bei denen Produzenten und Konsumenten in einer fairen Beziehung zueinanderstehen, sind für mich ein wichtiger Baustein davon“, betont Pfarrerin Woernle.
Insofern freut sich Woernle, dass Kirchenvorstandsmitglied Sarah-Helene Sowa, aber auch das gesamte Team, sich früh engagierten, dem Thema „Fair Trade“ in der evangelischen Kirche in Alsbach eine hohe Bedeutung zu geben und dabei mit gutem Beispiel voranzugehen.
„Wir müssen verschiedene Dinge gewährleisten, um das Siegel tragen zu dürfen.“ So gibt es in den eigenen Räumen zum Beispiel nur fair gehandelten Kaffee und Tee. Aber das Thema wird auch größer gedacht – im Sinne umweltbewusster und nachhaltiger Entscheidungen. Und so heißt es in der evangelischen Kirche von Alsbach zum Beispiel auch: Mehrweg- statt Einweggeschirr, regionale Produkte statt Massenware, Ökostrom in den kirchlichen Gebäuden und ein Gemeindebrief, der auf Recyclingpapier gedruckt wird. Auch bei Veranstaltungen der Kirche wird das Thema nicht aus den Augen verloren - wie etwa dem jüngsten Neujahrsbrunch, bei dem die Kirchengemeinde eng mit dem Weltladen in Bickenbach zusammenarbeitete.
„Es ist an vielen Stellen gar nicht schwierig, verantwortungsvoll produzierte Produkte einzusetzen“, sagt Woernle. Oft gehe es allein darum, dass sich Menschen bewusst dafür entscheiden. „Manchmal sind diese fairen Produkte etwas teurer, aber das ist längst nicht immer der Fall.“ Klar sei aber auch: Produkte, die ohne Fokus auf fairen Handel entstehen, ziehen langfristig viel höhere ökologische und soziale Kosten nach sich.
Hannah Woernle ist es deshalb wichtig, ohne den erhobenen Zeigefinger auszukommen. Es gehe gar nicht darum, möglichst perfekt zu sein. Schließlich beginne auch ein längerer Weg immer mit dem ersten Schritt.


























