Kein Einkaufsmarkt an der Quelllache
Erstelldatum07.03.2022
Regionalversammlung hat entschieden
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wie Sie vielleicht mitbekommen haben, setzen wir uns dafür ein, die Einkaufsmöglichkeiten in Hähnlein mit der Ansiedlung eines Netto-Einkaufsmarkts am östlichen Ortsrand im Bereich „An der Quelllache“ entscheidend zu verbessern.
Leider hat die Regionalversammlung jetzt einer Vorlage des Regierungspräsidiums zugestimmt, das eine für diese Ansiedlung nötige Abweichung vom Regionalplan ablehnt. Derzeit ist die diskutierte Fläche als regionaler Grünzug ausgewiesen.
Eine Herausforderung dabei ist: Gleichzeitig wird an den Einzelhandel die Forderung gestellt, dass er entweder „integriert“ ist, also mitten im Ort, oder zumindest „teilintegriert“ am Ortsrand der kommunalen Fläche untergebracht werden muss. Zumindest innerhalb der Hähnleiner Wohnbebauung wird eine solche Markt-Ansiedlung nicht so ohne weiteres möglich sein.
Für uns ist die jetzige Entscheidung sehr bedauerlich. Ich war persönlich bei allen relevanten Ausschusssitzungen der Regionalversammlung anwesend, um unsere Argumente, die für den Standort sprechen, vorzutragen. Das sind unter anderem die gute Erreichbarkeit eines am östlichen Ortsrand gelegenen Marktes für Bürgerinnen und Bürger aus Hähnlein sowie der Sandwiese. Synergieeffekte gibt es allein schon deshalb, weil viele Berufspendler hier den Einkauf mit ohnehin anfallenden Fahrten erledigen könnten, ohne dass erneut Sprit verfahren wird. Das wäre tatsächlich auch eine Form von Natur- und Klimaschutz.
Nicht berücksichtigt wird auch die Topographie mit den Altneckarschlingen, die viele andere Standorte als zu nass ausschließen. Genauso wenig wie die Tatsache, dass unser favorisierter Standort den geringsten neuen Flächenverbrauch aller Alternativen hat. Natürlich muss eine Fläche auch attraktiv für den Betreiber sein, so dass der Bau und die Entwicklung des Marktes sowohl sozialverträglich als auch ohne staatliche Zuschüsse möglich ist.
Nun ist die Entscheidung dennoch nicht in unserem Sinn gefallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die Idee aufgeben, den Hähnleiner Bürgern einen Ersatz zu bieten — für all die Einkaufsmöglichkeit, die in der jüngeren Geschichte weggefallen sind.
Als ich vor 40 Jahren als kleiner Junge nach Hähnlein gezogen bin, gab es unter anderem drei Bäcker, zwei Metzger, eine Post, einen Edeka- und einen Sparmarkt und ein Bekleidungsgeschäft. Man konnte Schuhe vor Ort kaufen, ein Fahrradfachgeschäft war fußläufig erreichbar, ein Schreibwarengeschäft, zwei Tankstellen und zwei richtige Bankfilialen. Fast alles ist dem Strukturwandel der jüngeren Geschichte zum Opfer gefallen. Heute gibt es gerade noch eine Tankstelle mit Post-Annahme sowie einer Lotto-Stelle, einen Bäcker und einen Hofladen. Besser als nichts, aber eben nicht ausreichend für eine gute Grundversorgung. Diese Einschätzung teilen viele Menschen aus Hähnlein.
Wir werden zeitnah andere Standorte für einen Einkaufsmarkt prüfen. Bereits am Montag wird sich der Gemeindevorstand mit dem Thema befassen und eine Entscheidung treffen, ob wir einen Vorschlag für eine vom Regierungspräsidium als möglich erachtete Alternative im Westen Hähnleins machen werden und das dann gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern diskutieren.
Ihr
Sebastian Bubenzer
Bürgermeister























