Die Hutzelschweizer übernehmen das Alsbacher Schloss
Erstelldatum01.04.2026
Das war ein Angebot, das wir so nicht erwartet haben. Vor etwa drei Wochen kam Frank Schäfer, Vorsitzender der Hutzelschweizer Alsbach auf uns zu, um mit den deutlichen Worten „Das darf doch nicht sein“ seinem Ärger Luft zu machen. Zwar könne er ja noch verstehen, dass das Alsbacher Schloss aufgrund der bekannten Mängel in der Bausubstanz aktuell nur begrenzt zugängig sei. Dass hier aber auf Jahre kein Veranstaltungsbetrieb möglich sein soll, sei schlicht und ergreifend inakzeptabel.
Während wir ihm da im Grundsatz zustimmen, überraschte uns Frank Schäfer mit einem Angebot: „Die Hutzelschweizer übernehmen das Alsbacher Schloss.“ Was auf den ersten Blick nach einer vergleichsweise verrückten Idee klingt, wirkt weit weniger absurd, als es in die Details ging.
Natürlich habe der Verein nicht das Geld, um die Baumängel zu beheben. Aber von einem klaren Konzept für die Zukunft der Burg würde schließlich nicht nur die Gemeinde profitieren, sondern auch das Land Hessen. „Das kann natürlich nicht ersetzen, dass wir uns kommunalpolitisch noch in diesem Jahr mit dem Thema befassen müssen“, weiß Schäfer.
Erste Überlegungen gibt es jedoch, dass die Hutzelschweizer vergleichbar zum bisherigen Schlossverein die Immobilie in Erbpacht übernehmen könnten und parallel direkt Gespräche mit dem Land führen, in welchen Bereichen ein Veranstaltungsbetrieb möglich ist. Dabei sei das Ziel, bereits im Sommer ein Schlossfest zu organisieren, das gleichzeitig mit einem Spendenaufruf zur Sanierung der Burg verbunden sei. „Notfalls direkt außerhalb der Schlossmauern, wenn es aus Sicherheitsgründen innen nicht möglich ist.“
Dank einer Craft-Beer-Brauerei aus dem Mannheimer Raum könnten die Hutzelschweizer zu diesem Anlass sogar ein eigenes Hutzelschweizer Schlossbräu anbieten. „Allein mit jeder verkauften Flasche, die wir künftig hier dauerhaft als Getränk für alle Gäste etablieren, würden wir 1 Euro pro Flasche für den Erhalt der Burg erzielen“, verspricht Frank Schäfer.
Nicht nur für das Schlossbräu hatten die Hutzelschweizer bei einem symbolischen Fototermin vor wenigen Tagen am Alsbacher Schloss schon einen Prototyp im Gepäck. Sogar einen ersten Entwurf für Holzbecher haben sie schon entwickelt, aus dem das Schlossbräu besonders gut schmecken soll. „Ich hoffe auf Verständnis“, betont Schäfer, „dass wir uns den kleinen Spaß gegönnt haben, für etwa eine Stunde einfach schon mal die hessische Flagge auf dem Alsbacher Schloss durch eine Hutzelschweizer-Fahne zu ersetzen. Aber keine Sorge: Wir gehen dieses Mammutprojekt mit aller Ernsthaftigkeit an, die es benötigt.“
Mittelfristig schwebt dem Verein vor, nicht nur die eigene Eventerfahrung – beispielsweise aus dem Pfingstfrühschoppen – in ein Programm auf der Burg einfließen zu lassen, sondern auch die Bistro-Erfahrung von Vereinsmitglied Charly Willweber zu nutzen.
„Zugegeben: Diese neue Idee kam wirklich überraschend“, erklärt Bürgermeister Sebastian Bubenzer und wirbt gleichzeitig dafür, in der Lösung von größeren Herausforderungen wie am Alsbacher Schloss auch unkonventionelle Wege zu prüfen. „Die Hutzelschweizer zeigen seit Jahren, dass sie Verantwortung bei uns im Ort übernehmen und fähig sind, das Potenzial einer Fläche zu nutzen. Und wer den Ort kennt und liebt, macht aus einem Schloss keinen Verwaltungsfall, sondern einen Treffpunkt. Nicht umsonst tragen die Hutzelschweizer das Schloss ja sogar in ihrem Logo.“
Erste Rückmeldungen des „Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen“ zum Vorstoß des Vereins zielen in die Richtung, dass Details zum Erbpachtvertrag mit den Hutzelschweizern zwar noch geklärt werden müssten. Grundsätzlich sei man aber dankbar für jede lokal verwurzelte Initiative, die vor Ort daran erinnert, dass so ein Schloss nicht dauerhaft ungenutzt bleiben darf.
Wir halten Sie natürlich auf dem laufenden, wie es weiter geht. Auch wenn sich der Termin für das geplante Schlossfest abzeichnet.
Letztendlich sind wir aber froh, Ihnen genau heute diese schöne Perspektive für unser Alsbach Schloss mitteilen zu können. Denn ein Schloss lebt nicht von Steinen allein, sondern von den Menschen, die es mit Ideen, Begegnung und Engagement füllen. Genau deshalb ist ein gut im Ort etablierter Verein dafür eine so starke Lösung.


























