Physio-Praxis und Wohnen - Die Zukunft des Täubchens
Erstelldatum24.03.2026
„Pläne ändern sich – doch das schafft manchmal auch neue Möglichkeiten“, erklärte Bürgermeister Sebastian Bubenzer dieser Tage. Hintergrund war die zukünftige Nutzung der ehemaligen Praxis-Immobilie von Dr. Klaus Grammbitter in der Rodauer Straße von Hähnlein. Für viele einfach das „Täubchen“.
Wie berichtet, wurde mit dem Kauf des Hauses im Jahr 2023 zunächst die Idee verfolgt, hier Betreuungsplätze für bis zu drei Krippengruppen zu schaffen, um die Kapazitäten in unserem Ort entsprechend zu erweitern.
Die Dinge entwickelten sich, der in Kürze fertiggestellte Erweiterungsbau an der Ev. Kita Arche Noah und der aktuell laufende Neubau der Ev. Kita Regenbogen in Hähnlein nehmen so deutlich Druck aus der Situation, dass wir aktuell allen Kindern und ihren Eltern zeitnah ein Betreuungsangebot machen können.
Kurzum: Weitere Krippenplätze für die Gemeinde in der Rodauer Straße? Vorerst kein Bedarf.
Während politisch über das Für und Wider des „Täubchens“ diskutiert wurde, ergaben sich zwischenzeitlich neue Chancen, die wir Ihnen heute mitteilen möchten.
Zum einen freuen wir uns darüber, dass voraussichtlich nach den Sommerferien die Physiotherapeutin Kathrin Menger im Erdgeschoss eine Physiotherapie-Praxis eröffnen wird und damit den Gesundheitsstandort rund um das MVZ in Hähnlein weiter stärkt.
Und auch für die oberen Etage des Gebäudes haben wir einen guten Verwendungszweck gefunden.
„Nach Gesprächen mit dem Landrat, Dr. Patrick Schmenger von den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg sowie deren Geschäftsführer Christoph Dahmen stellte sich heraus, dass die Kreiskliniken aktuell akuten Wohnraumbedarf haben“, führt Bubenzer aus.
Wohnraum für Fachkräfte, die als Krankenschwestern im Zentrum für Akute und Postakute Intensivmedizin (ZAPI) in Seeheim-Jugenheim arbeiten und derzeit vor allem aus Indien angeworben werden. Schlicht und ergreifend, da der hiesige Markt häufig nicht den Bedarf deckt, gleichzeitig aber viele dieser qualifizierten Fachkräfte bereits grundlegende Sprachkenntnisse in Deutsch erworben haben.
„Der Zuschnitt der etwa 175 Quadratmeter großen Wohnung im Obergeschoss der Rodauer Straße 38 ist hervorragend geeignet, um eine Wohngemeinschaft darin unterzubringen.“ Details mit den Kreiskliniken wurden besprochen und beide Seiten wurden sich einig, dass eine Belegung von vier bis maximal sechs Krankenschwestern ein für alle Beteiligten gewinnbringender Ansatz ist.
„Im Wahlkampf zur Kommunalwahl wurde das ‚Täubchen‘ ja teilweise als ‚Millionengrab‘ betitelt“, argumentiert Bubenzer in eine gegenteilige Richtung.
Künftig werde die Immobilie, die bei einer Grundstücksgröße von knapp 1.000 Quadratmetern nach einer Entscheidung des Gemeindevorstands zum Preis von 850.000 Euro erworben und jetzt noch einmal für rund 100.000 Euro ertüchtigt wird, nicht nur als passives Vermögen im Besitz der Gemeinde stehen. Sie werde – selbst nach Abschreibung der Anfangsinvestition – auch eine fünfstellige Summe an Einnahmen im Jahr generieren.
„Gleichzeitig halte ich es für erwähnenswert, damit auch einen Beitrag für die Gesundheitsversorgung in unserer Region leisten zu können. Ich wünsche niemandem, dass er Bedarf am Zentrum für Akute und Postakute Intensivmedizin in Seeheim-Jugenheim hat. Aber wenn doch, wird es sich auszeichnen, wenn die dort arbeitenden Fachkräfte nach ihrer Arbeitszeit in ein vernünftiges Zuhause kommen, um wieder Kraft für den nächsten Tag zu tanken“, sagt Bubenzer.
Aktuell gehen wir davon aus, dass nach den derzeit laufenden Renovierungs- und Sanierungsarbeiten der Wohnraum ab etwa Mitte des Jahres durch die Kreiskliniken genutzt werden kann.
„Gleichzeitig schwebt uns vor, den wunderschönen Innenhof des Areals unter dem Kastanienbaum künftig mehrfach im Jahr für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen.“
Es bleibt also spannend…


























