Saniert und erweitert - neues Feuerwehrhaus offiziell übergeben
Erstelldatum28.02.2026
Von einer Zäsur zu sprechen, ist immer ein großes Wort. Doch die offizielle Übergabe des sanierten und erweiterten Feuerwehrhauses in Alsbach markierte heute Vormittag ganz sicher einen solchen Augenblick. Einen Moment, zu dem nicht nur die Landtagsabgeordneten Ina Dürr (CDU) nach Alsbach kam, sondern auch der Erste Kreisbeigeordnete Lutz Köhler und Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt.
Nicht zu vergessen zahlreiche Mitglieder unseres Gemeindevorstands und der Gemeindevertretung sowie zahlreiche Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr, die der gemeinsamen Einladung von Bürgermeister Sebastian Bubenzer und Gemeindebrandinspektor Marc Leisinger gefolgt waren.
„Anfangs habe ich überlegt, ob ich hier mit den Worten ‚Herzlich willkommen bei der Berufsfeuerwehr Alsbach-Hähnlein‘ beginne“, scherzte Bürgermeister Sebastian Bubenzer nach der Begrüßung durch Wehrführer Carsten Illner. Schlicht und ergreifend, da heute ein Feuerwehrhaus offiziell übergeben werde, dass sich ganz sicher nicht hinter jenen Arbeitsbedingungen verstecken müsse, die Hauptamtliche im Regelfall vorfinden.
Er erinnerte daran, das der Technische Prüfdienst schon in den Berichten vor seinem Amtsantritt, genauer gesagt 2013 und dann erneut 2018, mehrere Mängel an dem Standort angemahnt hatte. Frei nach dem Motto: „So, wie der Stützpunkt hier in Alsbach steht, funktioniert Feuerwehr heute nicht mehr.“ Oder anders gesagt: „Das kann so nicht bleiben.“
Eine der wesentlichen Kritikpunkte damals: Die räumliche Trennung zwischen Umkleiden und Fahrzeughalle. Aber auch die Verkehrsführung rund um das Feuerwehrhaus oder fehlende Standards in der Atemschutzwerkstatt wurden der Gemeinde ins Hausaufgabenheft geschrieben.
„Das war keine akademische Diskussion. Standards sind nicht dazu da, Papier zu füllen – sie sind dazu da, Menschen zu schützen: die Einsatzkräfte, die hier ausrücken, und die Bürgerinnen und Bürger, die auf Hilfe angewiesen sind“, betonte Bubenzer. Und genau deshalb sei klar gewesen: „Wir investieren nicht in ein bischen Renovierung, sondern in eine zukunftsfähige Lösung.“
Nachdem im Haushalt 2020 die nötigen finanziellen Mittel für die Planung eingestellt wurden, musste die Gemeinde dabei erst einmal einen Überblick gewinnen, was alles getan werden muss. Und wie das manchmal so ist: Bei einem älteren Gebäude ergibt sich im Bauverlauf immer wieder der ein oder andere Nachschärfungsbedarf.
Dass sich zwischenzeitlich dann auch noch Standards erhöhten, machte allen Beteiligten schnell klar: Wir können nicht einfach nach der ursprünglichen Planung vorgehen, um dann festzustellen: Mit Fertigstellung des Hauses hinken wir schon wieder dem nötigen Status Quo hinterher.
Auch wenn das bedeutete: Der hier zu betreibende Aufwand wurde höher als ursprünglich erwartet – und auch nötige Investitionssumme hat sich auf eine Summe von etwa 3 Millionen Euro entwickelt.
Dabei war es immer auch eine Baustelle, die Herausforderungen bot: „Stellvertretend möchte ich hier die Tatsache benennen, dass der Rohbau anfangs wetterbedingt unter Wasser stand, was uns im Zeitplan schon früh zurückgeworfen hat. Oder auch die Elektroarbeiten, bei der es besondere Hürden sowohl in der Planung als auch in der Ausführung gab - und Christoph Dörr aus dem Kreis der Feuerwehr engagiert einsprang, um die Ausführung der Elektroarbeiten eng zu begleiten. Vielen Dank dafür.“
Und unser Gemeindebrandinspektor Marc Leisinger betonte: „Einsatz- und Übungsdienst mit dem Baustellenbetrieb unter einen Hut zu bringen, war organisatorisch eine enorme Herausforderung. Aber unsere Mannschaft hat sie mit Disziplin und Zusammenhalt gemeistert. Darauf können wir alle stolz sein.“
Kurzum: Wer schon einmal gebaut hat – privat oder öffentlich – der weiß: Ein Bauprojekt ist selten eine schnurgerade Linie. Und manchmal zeigt sich unterwegs: Wenn wir jetzt nicht nachjustieren, zahlen wir später doppelt – mit Geld, mit Nerven oder mit Einschränkungen im Betrieb.
Bubenzer griff in seiner Rede heute deshalb zu folgender Analogie: Ich vergleiche das gern mit einer Operation: Man geht nicht in den OP mit dem Plan ‚Hauptsache schnell‘, sondern mit dem Plan ‚Hauptsache richtig‘. Und wenn der Arzt währenddessen merkt, dass eine zusätzliche Maßnahme nötig ist, dann ist es verantwortungsvoll, sie direkt mit zu erledigen – auch wenn es länger dauert und der Eingriff kostenintensiver wird.
Anpassungen seien kein Zeichen von Planlosigkeit, sondern oft ein Zeichen von Professionalität und Verantwortung. „Das sind wir am Ende unserer Feuerwehr und unseren Bürgerinnen und Bürgern schuldig.“
Denn die Feuerwehr sei schließlich das Rückgrat der Gefahrenabwehr vor Ort. Wenn andere wegsehen oder wegmüssen, rücke die Feuerwehr aus: bei Bränden, bei Unwettern, bei Verkehrsunfällen, bei technischen Hilfeleistungen. „Und sie tut das nicht irgendwann, sondern meistens dann, wenn es für die Betroffenen der schlimmste Moment des Tages, manchmal ihres Lebens ist.“
Schnelligkeit, Ausbildung, Technik und klare Abläufe entscheiden dann über Minuten – und Minuten entscheiden über Schäden, manchmal über Leben. Dieses Gebäude sei deshalb nicht Luxus, sondern Teil der Einsatzkette.
Darüber hinaus sei die Feuerwehr noch mehr als Gefahrenabwehr. Sie sei ein gesellschaftliches Band. „Sie verbindet Generationen – von der Jugendfeuerwehr bis zur Alters- und Ehrenabteilung. Sie schafft Zusammenhalt, Verantwortung und Haltung. Und insofern freut es mich, dass wir durch die Sanierung auch wieder dafür sorgen konnten, dass der Feuerwehr ein jetzt auch wieder nutzbarer Kameradschaftsraum zur Verfügung steht, nachdem der dafür notwendige Notausgang geschaffen wurde.“
Gleichzeitig wäre es naiv zu glauben, dass die kommenden Jahre für Kommunen und für die Gesellschaft einfacher werden. Demografie, Fachkräftemangel, steigende Anforderungen und angespannte Haushalte – all das erzeuge Druck.
„Und ja: Es kann sein, dass an manchen Stellen in den nächsten Jahren Ausgaben in dieser Höhe und Geschwindigkeit zu einer größeren Herausforderung werden als heute. Gerade deshalb ist es wichtig, Prioritäten klar zu benennen: Sicherheit, Gefahrenabwehr und die Unterstützung des Ehrenamts gehören zum Fundament.
Und wenn wir sparen müssen, dann klug: durch gute Planung, Kooperationen, effiziente Abläufe – dieser Herausforderung müssen wir uns gemeinsam stellen – die politischen Entscheidungsträger wie auch die Kameradinnen und Kameraden, die auch in Zukunft gut ausgestattet sein sollen.“
Bubenzer bedankte sich heute ausdrücklich: Bei der Politik, die das Projekt erst ermöglicht habe, den Planern, den Fachfirmen, der Bauleitung, den Mitarbeitenden in unserem Bauamt, allen voran Bettina Schwalme – und nicht zuletzt der Feuerwehr, für Geduld, Flexibilität und das Mitdenken während der Bauphase.
„Und am wichtigsten: Ich wünsche Ihnen, liebe Kameradinnen und Kameraden, dass Sie von jedem Einsatz gesund zurückkehren. Vielleicht sogar mit hoher Zufriedenheit angesichts der guten Rahmenbedingungen, die sich Ihnen hier jetzt bieten.“
Für Lutz Köhler, der als Erster Beigeordneter des Landkreises ein kurzes Grußwort sprach, reihte sich die sanierte Feuerwehr in eine Reihe von Baumaßnahmen, die zeigen, dass Kommunen und Kreis gemeinsam Infrastruktur und gute Rahmenbedingungen in Darmstadt-Dieburg entwickelten. Allein in Alsbach-Hähnlein zu sehen am kürzlich gefeierten Richtfest des Neubaus der Ev. Kita Regenbogen in Hähnlein, der neuen Mensa an der Hähnleiner Grundschule oder seit heute eben auch der Feuerwehr.
Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt unterstrich, dass das neue Haus der Feuerwehr in Alsbach nicht nur Motivation für die Einsatzabteilung sei, sondern auch für die Gewinnung des Nachwuchses wichtig.
Der freute sich, ebenso wie die älteren Kameradinnen und Kameraden, dann im Anschluss auf die warme Mahlzeit aus der Feldküche (bzw. „Gulaschkanone“), aus der die Feuerwehr Hähnlein die Gäste versorgte.












































