Trauer um Ferenc Hermann
Erstelldatum15.01.2026
Ende Dezember hat uns leider eine traurige Nachricht erreicht. Ferenc Hermann, ehemaliger Bürgermeister unserer Partnerstadt Diósd ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Auch wenn er vielen Bürgerinnen und Bürgern unserer Gemeinde nicht so bekannt sein dürfte wie sein Nachfolger Géza Speth oder auch der amtierende Bürgermeister András Dizseri: Ferenc Hermann begründete die mittlerweile fast 36 Jahre andauernde Freundschaft von Alsbach-Hähnlein und Diósd.
Angesichts seiner heutigen Beisetzung ist Bürgermeister Sebastian Bubenzer nach Ungarn geflogen, um von ihm Abschied zu nehmen. „Ich erinnere mich noch gut daran, dass Ferenc Hermann uns regelmäßig in seinen Weinkeller eingeladen hat und wir immer mit offenem Herzen auch in seinem Zuhause empfangen wurden.“
Wir haben die Gelegenheit genutzt, in der vergangenen Woche mit unserem ehemaligen Bürgermeister Reinhard Wennrich und seiner Frau Brigitte zu sprechen, deren anfangs politische Verbundenheit sich mit Ferenc Hermann über die Jahre zu einer grenzübergreifend freundschaftlichen Beziehung entwickelte.
„Am 13. Juni wäre Ferenc Hermann 93 Jahre alt geworden“, erinnert sich Reinhard Wennrich an jene Zeit zurück, als Hermann die schwierige Aufgabe hatte, als erster demokratisch gewählter Bürgermeister seines Ortes die kommunistische Vergangenheit des Landes zu überwinden. Dabei sei Hermann immer eine ganz ruhige, qualifizierte Person gewesen, die nicht die öffentliche Schau gebraucht habe.
„Er hat sachliche Arbeit geleistet und sicher in der Anfangszeit auch Schwierigkeiten, Dinge umzusetzen.“ So standen anfangs kleinere Projekte auf Hermanns Agenda, wie etwa die Entwicklung eines Gewölbekellers, der auch immer wieder seinen Gästen aus Alsbach-Hähnlein ein angenehmes Ambiente für Zusammenkünfte bot.
Wennrich erlebte Hermann immer als „kerzengerade“ – mit einer großen Liebe zu seinem Enkel Peter, der sein „Ein und Alles“ war. Wenn man Hermann darüber hinaus nach einem Hobby gefragt hätte, wäre mit Sicherheit sein großer Garten genannt worden. Ob Trauben oder zahlreiche Obstbäume: Dieser Garten war mehr als nur Zierde. Nicht zuletzt auch eine gute Grundlage, um eigenen Wein anzubauen oder auch die Früchte für Hochprozentigeres.
Beruflich kümmerte sich Ferenc Hermann in seiner Amtszeit von 1990 bis 1994 wesentlich um die Infrastruktur vor Ort. Gerade das Thema Entwässerung und Kanalisation benötigte viel Aufmerksamkeit, da es vorher gar nicht bis bestenfalls stiefmütterlich behandelt wurde. In dieser Zeit war Géza Speth die „rechte Hand“ von Hermann – und somit wurde genau in jener Zeit auch die Grundlage vieler Entwicklungen gelegt, die sein Nachfolger im Amt fortführen konnte.
Für gute Freunde war Ferenc Hermann einfach nur „Feri“ oder „Feri Badschi“, eine ungarische Kosebezeichnung für Opa oder Onkel. Und Reinhard Wennrich erinnert sich noch schmunzelnd daran, wie Ferenc Hermann und er sich beim ersten gemeinsamen Marktplatzfest in Hähnlein zwei Stunden unterhalten hätten – damals ohne Dolmetscherin, Wennrich kein Ungarisch sprechend, Hermann ohne nennenswerte Deutschkenntnisse.
So war die Beziehung zu Ferenc Hermann (hier im unteren Fotorahmen links): Unkompliziert und sachlich auf der einen Seite, vertrauensvoll und herzlich auf der anderen.
Wir sind dankbar, dass sein Name immer mit den Anfängen unserer Freundschaft mit Diósd verbunden bleiben wird.
























