Die Zukunft des Alsbacher Schlosses
Erstelldatum18.11.2025
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, am zurückliegenden Wochenende hat der Historische und Kulturelle Förderverein Schloss Alsbach (HKF) in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen, sich zum 31. Dezember 2025 aufzulösen und unser Alsbacher Schloss wieder an das Land Hessen als dessen Eigentümer zurückzugeben.
Dass sich der HKF zum 31. Dezember 2025 auflösen möchte, bedauere ich sehr. Denn ich verbinde mit dessen Engagement viele schöne Veranstaltungen, die in den vergangenen 25 Jahren auf dem Alsbacher Schloss stattgefunden haben – etwa die beliebten Mittelaltermärkte, Ritterfeste oder auch das besonders für viele Kinder spannende Bogenschießen.
Um ehrlich zu sein, kommt die Entscheidung des HKF aber nicht völlig überraschend. Die sanierungsbedürftige Bausubstanz des Schlosses hat inzwischen leider ein Schadensausmaß erreicht, das einen Verein, der sich aus Ehrenamtlichen zusammensetzt, geradezu überfordern muss.
Wir können zwar absolut nachvollziehen, dass die Bauaufsicht des Landkreises zuletzt die Durchführung von größeren Veranstaltungen auf dem Alsbacher Schloss untersagen musste. Denn die Sicherheit aller Beteiligten steht nun einmal an erster Stelle. Doch gleichzeitig entzieht diese Entscheidung dem HKF die Grundlage, sich in den historischen Mauern in naher Zukunft noch kostendeckend engagieren zu können.
Und somit ist es aus Sicht des Vereins auch folgerichtig, das Alsbacher Schloss im kommenden Jahr wieder an das Land Hessen als Eigentümer der historischen Mauern zurückzugeben, nachdem das Land die Burgruine seit 1997 dem HKF zur Erbpacht überlassen hatte.
Damit ist aus meiner Sicht das Land aber auch in der Pflicht, ein zukunftsfähiges Konzept für dieses Wahrzeichen der Region zu entwickeln. Gerade angesichts der Tatsache, dass die Burg 2035 ihren 800. Geburtstag feiern soll – im Idealfall als attraktives Ausflugsziel mit einer funktionierenden Gastronomie.
Gerne sind wir als Gemeinde bereit, hier als Partner des Landes aufzutreten – in welcher Art und mit welchem finanziellen Umfang wird zu besprechen sein. Da eine Entscheidung hierzu der Gemeinde künftig durchaus auch finanziell einiges abverlangen könnte, ist es aus meiner Sicht geboten, dass sich damit die neu gewählten Gemeindevertreter nach der Kommunalwahl im März befassen. Mein Ziel ist, dass wir fraktionsübergreifend eine gute Lösung für unsere Burg finden.
Erste Kontakte zu Landtagsabgeordneten haben meinerseits bereits stattgefunden – zu unseren aktuellen Landtagsabgeordneten Maximilian Schimmel und Torsten Leveringhaus sowie Maximilian Schimmels Nachrückerin ab dem 1. Januar 2026, Ina Dürr. Aber natürlich müssen wir noch – vermutlich im Frühjahr und definitiv unter Einbindung des Denkmalschutzes und des Kreisbauamtes – Gespräche mit dem „Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur“ führen, in deren Zuständigkeitsbereich das Alsbacher Schloss fällt.
Kurzfristig muss es darum gehen, dass wir auch in der nächsten Zeit gewährleisten, dass das Alsbacher Schloss betreten werden kann, mittel- und langfristig muss es um ein echtes Konzept gehen.
Grundsätzlich fände ich es schön, die heutigen Mitglieder des HKF künftig in neuer Rolle wieder in die Zukunft der Burg einzubinden, um deren Expertise und Leidenschaft für das Mittelalter nicht zu verlieren.
Dass uns das Alsbacher Schloss wichtig ist, haben wir als Gemeinde in den vergangenen Jahren ja immer wieder gezeigt. So haben wir nach einem Erdrutsch im Mai 2024 nicht nur die Zufahrt zum Schloss innerhalb kürzester Zeit und mit hohem finanziellen Aufwand saniert, sondern mit dem Spielplatz „Wiedemann am Schloss“ auch einen attraktiven Ausflugsort für Familien geschaffen, die sicher auch künftig für eine vernünftige Frequenz auf dem Alsbacher Schloss sorgen könnten.
Herzliche Grüße
Ihr
Sebastian Bubenzer
Bürgermeister
























