Rad- und Fußwege: RSV legt Konzept vor
Erstelldatum07.11.2025
Über unsere Gemeinde lassen sich viele „Netze“ legen: zum Beispiel das Straßennetz, das Kanalnetz, Pläne für sämtliche Versorgungsleitungen und natürlich auch ein Netz an Rad- und Wanderwegen. Mit letztgenanntem haben wir uns in den vergangenen Wochen an zwei Terminen auf Initiative des Radsportverein Solidarität Hähnlein (RSV) befasst.
Stellvertretend für den Verein hatten sich Ralf Habich, Harald Weber und Christian Haibt zuvor an uns gewandt – mit einem umfangreich ausgearbeiteten Konzept, wie man die Rad- und Fußwege in Alsbach-Hähnlein aus ihrer Sicht verbessern könnte. Hier war auf einen Blick zu erkennen: „Da steckt viel Arbeit drin, manch kühne Idee und auch einiges, was sich wirklich gut umsetzen lässt.“
Bei den genannten zwei Treffen haben wir uns nacheinander allen drei Ortsteilen gewidmet und die vorgeschlagenen Maßnahmen kategorisiert – in zeitnah Umsetzbares, in Dinge, für die wir politische Beschlüsse oder etwas mehr Geld benötigen und Maßnahmen, die voraussichtlich in absehbarer Zeit nicht umsetzbar sein werden. Zum Beispiel, weil sie sehr teuer sind oder schlichtweg nicht in unserem Verantwortungsbereich liegen.
Neben Ralf Habich, Harald Weber und Christian Haibt nahmen an den Treffen Bürgermeister Sebastian Bubenzer, unser Schutzmann vor Ort, Andreas Stürmlinger, sowie Arndt Hornicek, Fachbereichsleiter unseres Bauamts, teil.
Um Ihnen stellvertretend einen Eindruck von den einzelnen Kategorien zu geben, hier ein (sehr kleiner) Auszug aus dem Konzept – und unser Umgang damit.
„Ampelkategorie A“ – ein Beispiel:
Die Situation aus Sicht des RSV: „Die Radwegeführung über die L 3112 durch Hähnlein stellt für Radfahrer trotz Tempolimit 30 aufgrund der Enge der Straße und dem hohen LKW-Aufkommen eine sehr hohe Gefährdung dar, es kommt regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Hier sollte die Radwegeführung dringend geändert werden, um am südlichen Ortsrand von Hähnlein über die Straße "Am Holzlachgraben", weiter über die Straßen „Im Rodacker“ und „Im Ritterbruch“ durch das Wohngebiet bis zur Tankstelle auf den dort beginnenden Radweg nach Gernsheim geführt werden. Dies hätte den Vorteil, dass die Radwege nach Rodau und Langwaden direkt angebunden wären.“
Diese Einschätzung teilen wir. Deshalb werden wir mit der Radwege-Koordinatorin des Landkreises Kontakt aufnehmen, dass hier eine entsprechende Änderung erfolgt. Mittelfristig soll sich das natürlich dann auch in (analogen oder digitalen) Radroutenplanern widerspiegeln.
Auch wollen wir zeitnah am Beginn des Radweges nach Langwaden in der Straße „Im Rodacker“ die Absenkung des Bordsteins verlängern – auch wenn diese Maßnahme technisch aufwändiger ist als zunächst zu vermuten.
„Ampelkategorie B“ – ein Beispiel:
Die Situation aus Sicht des RSV: „Die Wege-, Sicherheits- und Warnsperren (meistens Rohrbaken) im Gemeindegebiet sind oftmals zu eng und für Fußgänger und Radfahrer nur mit Mühe zu passieren. Alle Wege-, Sicherheits- und Warnsperren im Gemeindegebiet sollten so hergerichtet werden, dass Radfahrer auch mit Mehrspur-Rädern und mit Anhänger sowie Fußgänger mit Rollator und Rollstuhl oder sonstigen Fortbewegungs-Hilfsmitteln gefahrlos und ohne Hinderung diese passieren können.“
Der Hinweis ist nachvollziehbar. An einigen Stellen können wir an der Situation jedoch kurzfristig – aus Sicherheitsgründen oder weil Änderungen technisch schwierig oder sehr kostspielig sind – leider nichts ändern. An anderen Stellen wurde unser Bauamt in Abstimmung mit dem ZKD bereits aktiv – etwa an der Schranke, die die Spießgasse im Westen von den angrenzenden Feldern trennt.
Auch die Durchfahrbreiten an anderen Schranken beziehungsweise Drängelgittern werden wir sukzessive prüfen.
„Ampelkategorie C“ – ein Beispiel:
Die Situation aus Sicht des RSV: „Eine Rad- und Fußgängerunterführung unter der Bahntrasse auf Höhe des Einkaufszentrums Pfarrtanne wäre für die Bewohner der Sandwiese und aus Hähnlein sehr wünschenswert. Auf der Westseite der Bahn könnte der vorhandene Feldweg als Anschluss genutzt werden. Auch als Anschluss des Wohn- und Gewerbegebietes Pfarrtanne zu den beiden Bahnsteigen würde eine solche Unterführung Sinn machen. Hier wären Gespräche mit der Deutschen Bahn zu führen und auszuloten, wie und ob die Finanzierung für ein solches Vorhaben sichergestellt werden kann.“
Auch dieser Ansatz des RSV ist nachvollziehbar. Realistisch gesehen muss man aber sagen: Hier werden sinnvolle Gespräche mutmaßlich erst im Rahmen einer Bahnstreckensanierung durch die Deutsche Bahn zu führen sein. Dies ist also leider kein Thema „für morgen oder übermorgen“.
Danke an den RSV
Abschließend an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an den RSV. Vorschläge zur Verbesserung der Infrastruktur zu machen, ist die eine Sache. Sie aber in ein solches Konzept zu gießen und gleichzeitig Verständnis zu signalisieren, dass nicht alles „jetzt und sofort“ zu erledigen ist, wissen wir sehr zu schätzen.


























