Aktuelles: Gemeinde Alsbach-Hähnlein

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Hausärztliche Versorgung in Hähnlein

Autor: Benjamin Fischer
Artikel vom 01.03.2019

Gemeinsame Stellungnahme des Gemeindevorstandes und der Fraktionen der Gemeindevertretung zur aktuellen Diskussion um die hausärztliche Versorgung in Hähnlein

Aktuell wird – vor allem in den sozialen Medien und den Ortsgesprächen – eine drohende Notlage in der hausärztlichen Versorgung im Ortsteil Hähnlein diskutiert. Dem Gemeindevorstand und der Gemeindevertretung wird dabei Untätigkeit vorgeworfen.

Meinung der Kritiker: Mit der Schließung der Praxis Dr. Grammbitter am 1.4.2019 und der Schließung der Praxis Dr. Vock zum Jahresende sei im Ortsteil Hähnlein kein Hausarzt mehr verfügbar. Dies wäre einfach dadurch abzuwenden, dass die Gemeinde einen Zuschuss in Höhe von 60.000 Euro an die Ärztegenossenschaft ÄGIVO (Ärztegenossenschaft im vorderen Odenwald) zahlt. Die ÄGIVO würde damit in der Praxis Dr. Grammbitter so lange eine Übergangs-Praxis betreiben, bis ein Investor in der Ortsmitte ein Medizinisches Versorgungszentrum  errichtet hätte.

Meinung der  Fraktionen und des Gemeindevorstandes: Die Schließung der Praxen ist seit  letztem Jahr bekannt. Die Suche nach Nachfolgern, die die Praxen übernehmen könnten, gestaltet sich schwierig – nur noch wenige Ärzte streben eine Landarztpraxis an. Seit dem Spätherbst 2018 werden Gespräche mit Herrn Bletgen (Verhandlungsführer der ÄGIVO), dem Bürgermeister, dem Gemeindevorstand und den Fraktionsvorsitzenden  zu diesem Thema geführt, zuletzt am vergangenen Montag (25.2.19).

Tatsache ist: Es gibt bereits seit Anfang des Jahres eine Übergangslösung mit einem „Medizinischen Versorgungszentrum“ (MVZ) in der Praxis Grammbitter mit einem angestellten Honorar-Arzt. Diese Lösung, die von der Praxis Grammbitter direkt mit der ÄGIVO vereinbart wurde, benötigt für die Übergangslösung (nach Darstellung von Herrn Bletgen) bis zum Einzug in ein neues MVZ einen Kredit in Höhe von 400.000 Euro und fordert von der Gemeinde dafür einen Zuschuss in Höhe von 15%   Die Einbeziehung der Praxis von Frau Dr. Vock ist nicht klar geregelt.

Die von der ÄGIVO vorgelegte Finanzplanung wird von den Mitgliedern des Gemeindevorstandes und den Fraktionsvorsitzenden als nicht belastbar und eindeutig nachvollziehbar (z.B. wofür genau wird das Geld in den alten Praxisräumen verwendet, wie hoch ist die Ablöse für die Praxis Grammbitter, etc.) betrachtet. Die Praxis Dr. Grammbitter befindet sich bereits zu 50% im Besitz der ÄGIVO. Es bestehen daher von Seiten der Gemeinde noch berechtigte Zweifel an der  Tragfähigkeit des Konzepts. Die im Haushalt 2019 der Gemeinde bereits eingestellten 60.000 Euro sind als zinsloses Darlehen vorgesehen, dies wird von Herrn Bletgen allerdings bislang nicht akzeptiert. Es müsste ein Zuschuss der Gemeinde sein.

Da die Zulassungen der Praxen erst nach 12 Monaten verfallen, die Gespräche bereits intensiv laufen und auch noch Alternativkonzepte (z.B. durch den Landkreis) möglich sind, ist der hier aufgebaute Zeitdruck und die Kritik an der Verwaltung und den Gemeindevertretern nicht nachvollziehbar. Die früheste Entscheidung zum weiteren Vorgehen kann erst in der Sitzung der Gemeindevertretung am 9. April 2019 getroffen werden. Zuvor wird das Thema im Haupt- und Finanzausschuss am 3. April diskutiert. Angemerkt sei auch, dass zurzeit in Lorsch die gleiche Diskussion zu einem MVZ mit der ÄGIVO läuft und dort von der Stadt auch diese schnelle Entscheidung gefordert wird.

Georg Rausch
Bürgermeister

Die Stellungnahme zum Download: Stellungnahme vom 28.02.2019